Dieser Leitfaden beschreibt das französische Recht. Maßgeblich ist seine französische Fassung. Auf Französisch lesen

Die Familienmediation: Wie funktioniert sie, was kostet sie, ist sie verpflichtend?

Veröffentlicht am 09/07/2026

Wenn der Dialog abgebrochen ist, ist es nicht immer der beste Weg — und auch nicht der schnellste —, alles über den Richter zu regeln. Die Familienmediation (médiation familiale) bietet einen anderen Weg: die Kommunikation mit Hilfe einer neutralen dritten Person wieder aufzunehmen, um selbst zu Vereinbarungen zu gelangen. Hier erfahren Sie auf dokumentarische Weise, wie sie funktioniert, was sie kostet und was das Recht 2026 dazu sagt.

Was ist die Familienmediation?

Die Familienmediation ist eine einvernehmliche Methode (mode amiable) zur Beilegung familiärer Konflikte, geführt von einer Familienmediatorin oder einem Familienmediator (médiateur familial) — einer unparteiischen, unabhängigen und qualifizierten Fachkraft mit dem staatlichen Diplom als Familienmediator (diplôme d'État de médiateur familial, DEMF) (Gesetzbuch über die soziale Fürsorge und die Familien (Code de l'action sociale et des familles), Art. R451-66 ff.). Ihre Rolle besteht nicht darin, zu entscheiden, sondern die Parteien dabei zu unterstützen, den Dialog wiederherzustellen und ihre eigenen Lösungen zu erarbeiten: elterliche Sorge, Wohnsitz der Kinder, Unterhalt, Organisation des Alltags, aber auch eine strittige Erbschaft oder ein Abbruch der Bindung zwischen Großeltern und Enkelkindern. Das offizielle Merkblatt Was ist die Familienmediation? beschreibt den Rahmen im Einzelnen.

Freiwillig oder vom Richter angeordnet?

Grundsätzlich ist die Mediation freiwillig: Niemand kann gezwungen werden, sich zu einigen. Doch der Richter verfügt über zwei Hebel:

⚠️ Wichtige Ausnahme. Der Richter darf eine Mediation weder vorschlagen noch anordnen, wenn ein Elternteil Gewalt (violences) gegen den anderen oder gegen das Kind geltend macht oder bei offenkundiger Zwangskontrolle (emprise). Dieser Vorbehalt schützt die schwerwiegendsten Konfliktsituationen.

Ist die Familienmediation verpflichtend?

Das ist eine häufige Frage, und die Antwort hat sich geändert. Ein verpflichtender vorheriger Familienmediationsversuch (tentative de médiation familiale préalable obligatoire, TMFPO) existierte, jedoch nur versuchsweise, in einigen Gerichten, auf der Grundlage von Artikel 7 des Gesetzes vom 18. November 2016. Dieser Versuch endete am 31. Dezember 2024 und wurde nicht verallgemeinert.

Bislang besteht daher keine allgemeine Pflicht zu einer vorherigen Familienmediation. Der Richter behält lediglich seine Befugnis, Ihnen aufzuerlegen, einen Mediator zur Information aufzusuchen (siehe oben).

⚠️ Nicht zu verwechseln mit einem anderen Verfahren: Für kleine alltägliche Streitigkeiten (Forderungen bis 5 000 €, Nachbarschaftskonflikte) ist ein Versuch der einvernehmlichen Beilegung vor Anrufung des Richters hingegen verpflichtend — das betrifft jedoch gewöhnliche zivilrechtliche Streitigkeiten, nicht familienrechtliche Verfahren. Wir erläutern dies in unseren Leitfäden Die Mahnung und Der Schlichter der Justiz.

Beachten Sie schließlich, dass eine Partei, die ohne berechtigten Grund der Anordnung des Richters, einen Mediator aufzusuchen, nicht nachkommt, sich einer Zivilbuße von bis zu 10 000 € aussetzt (Artikel 1533-3 der Zivilprozessordnung).

Wie läuft eine Mediation ab?

Der Ablauf beginnt mit einem Informationsgespräch, kostenlos und unverbindlich, in dem der Mediator den Rahmen erläutert. Es folgen die Mediationssitzungen (oft einige wenige, von ein bis zwei Stunden). Finden die Parteien eine Verständigung, wird die Vereinbarung schriftlich festgehalten; sie kann dem Richter zur Bestätigung (homologation) vorgelegt werden, was ihr dieselbe Kraft wie einem Urteil verleiht.

Was kostet sie?

Das Informationsgespräch ist kostenlos. Die folgenden Sitzungen werden nach einer landesweiten, von der CNAF festgelegten Gebührentabelle berechnet, proportional zum Einkommen jedes Teilnehmers: von einigen Euro bis etwa 130 € pro Sitzung und Person bei den höchsten Einkommen. Die aktuelle Gebührentabelle findet sich auf der Seite « Médiation familiale » der CAF. Nur die mit der CAF vertraglich verbundenen Dienste wenden diesen solidarischen Tarif an.

Vertraulichkeit

Die Mediation ist vertraulich: Was dort gesagt wird, kann dem Richter grundsätzlich nicht mitgeteilt werden. Die Vertraulichkeit kennt seltene Ausnahmen — insbesondere einen zwingenden Grund zum Schutz des Kindes oder wenn die Offenlegung der Vereinbarung zu ihrer Umsetzung erforderlich ist (etwa für ihre Bestätigung).

Wo findet man einen Familienmediator?

Sie können sich an eine mit der CAF vertraglich verbundene Familienmediationsstelle wenden, die von den Berufungsgerichten (cours d'appel) geführten Listen einsehen oder sich an eine point-justice wenden. Für allgemeine Auskünfte deckt Allô Service Public (3939) das Familienrecht ab.

Eine Mediation zum Erfolg zu führen bedeutet auch, mit klaren Vorstellungen zu erscheinen: was man will, was verhandelbar ist, die Fakten und Zahlen, die zählen. All dies in Ruhe und mit kühlem Kopf festzuhalten, hilft, den Sitzungen mit Gelassenheit statt in der Aufregung des Konflikts zu begegnen — das ist einer der Verwendungszwecke von Aridelle.

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