Kindesunterhalt (pension alimentaire): Höhe, Abänderung und Zahlungsrückstände
Veröffentlicht am 09/07/2026
Wenn sich Eltern trennen, stellt sich fast immer die Frage des Kindesunterhalts (pension alimentaire) — oft im Zentrum der Spannungen. Wie viel? Wer setzt ihn fest? Was tun, wenn er nicht gezahlt wird? Hier erfahren Sie auf dokumentarische Weise, wie dieser Beitrag im französischen Recht funktioniert, auf der Grundlage der Gesetzestexte und offizieller Quellen.
Wovon genau ist die Rede?
Der gängige Begriff « pension alimentaire » umfasst eine genau bestimmte Verpflichtung: den Beitrag zum Unterhalt und zur Erziehung des Kindes (contribution à l'entretien et à l'éducation de l'enfant, oft mit CEEE abgekürzt). Jeder Elternteil ist dazu verpflichtet, getrennt lebend oder nicht. Artikel 371-2 des Zivilgesetzbuchs (Code civil) stellt den Grundsatz auf:
« Jeder Elternteil trägt zum Unterhalt und zur Erziehung der Kinder im Verhältnis zu seinen Mitteln, denen des anderen Elternteils sowie den Bedürfnissen des Kindes bei. Diese Verpflichtung endet weder von Rechts wegen, wenn die elterliche Sorge oder ihre Ausübung entzogen wird, noch wenn das Kind volljährig ist. »
Im Fall einer Trennung nimmt dieser Beitrag meist die Form einer Unterhaltszahlung an, die von einem Elternteil an den anderen geleistet wird — an denjenigen, bei dem das Kind gewöhnlich wohnt (Artikel 373-2-2 des Zivilgesetzbuchs).
Wer schuldet ihn, und bis wann?
Die Regel überrascht oft: Der Unterhalt endet nicht automatisch mit der Volljährigkeit des Kindes (der obige Text sagt dies ausdrücklich). Er läuft weiter, solange das Kind nicht finanziell selbständig ist — während des Studiums, bei der Suche nach einer ersten Arbeitsstelle.
Für ein volljähriges Kind stellt Artikel 373-2-5 des Zivilgesetzbuchs klar, dass der Elternteil, der die Last trägt, vom anderen einen Beitrag verlangen kann und dass der Richter (oder die Eltern) entscheiden kann, dass dieser « ganz oder teilweise in die Hände des Kindes » gezahlt wird.
Wie wird die Höhe festgesetzt?
Zwei Hauptwege:
- durch Vereinbarung zwischen den Eltern, die sie vom Familienrichter bestätigen (homologuer) lassen können — der Richter prüft dann, ob die Vereinbarung das Wohl des Kindes wahrt und die Zustimmung frei ist (Artikel 373-2-7 des Zivilgesetzbuchs);
- durch Entscheidung des Familienrichters, wenn keine Vereinbarung zustande kommt.
In beiden Fällen sind die Kriterien dieselben: die Mittel jedes Elternteils, die Bedürfnisse des Kindes und in der Praxis die Aufenthaltszeit bei jedem (klassisches Sorgerecht, Wechselmodell …) sowie die Anzahl der Kinder. Deshalb ist es sinnvoll, vollständige finanzielle Nachweise von beiden Seiten vorzulegen — siehe unseren Leitfaden Eine Beweisakte für den Familienrichter zusammenstellen.
Die Referenztabelle und der offizielle Rechner
Das Justizministerium veröffentlicht seit 2010 eine indikative Referenztabelle, um bei der Festsetzung des Unterhalts zu helfen. Sie geht vom Einkommen des zahlungspflichtigen Elternteils aus, zieht ein Existenzminimum ab und wendet dann einen Satz an, der sich nach der Anzahl der Kinder und dem Umfang des Umgangs- und Beherbergungsrechts richtet.
⚠️ Diese Tabelle ist rein indikativ: Sie ist weder für den Richter noch für die Eltern bindend. Für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Schätzung verwenden Sie den offiziellen Rechner zur Berechnung des Kindesunterhalts — der von ihm angegebene Betrag bleibt eine Schätzung; nur der Richter (oder die bestätigte Vereinbarung) setzt den endgültigen Betrag fest.
Aufwerten oder abändern: zwei verschiedene Dinge
Man verwechselt oft diese beiden Mechanismen, die nichts miteinander zu tun haben:
| Aufwertung (Indexierung) | Abänderung | |
|---|---|---|
| Was | Automatische jährliche Aktualisierung | Änderung des Betrags selbst |
| Wie | Anwendung einer Indexierungsklausel auf den INSEE-Preisindex durch den zahlenden Elternteil | Neue Entscheidung des Familienrichters |
| Voraussetzung | Im Urteil oder in der Vereinbarung vorgesehen | Nachweis eines neuen Umstands (Mittel, Bedürfnisse, Sorgemodell) |
Die Aufwertung muss vom zahlungspflichtigen Elternteil von sich aus zum vorgesehenen Jahrestag angewendet werden; die INSEE stellt ein Online-Berechnungsmodul bereit, und service-public erläutert die Methode der Aufwertung. Die Abänderung hingegen setzt voraus, den Richter erneut anzurufen, weil sich die Situation geändert hat.
Bei Zahlungsrückstand: die Wege der Beitreibung
Ein nicht gezahlter Unterhalt ist kein unabwendbares Schicksal. Es bestehen mehrere Verfahren, die im Merkblatt Was tun, wenn der Kindesunterhalt nicht gezahlt wird? im Einzelnen dargestellt sind:
- Die ARIPA (Agence de recouvrement et d'intermédiation des pensions alimentaires — Agentur für die Beitreibung und Vermittlung von Unterhaltszahlungen), verwaltet von den CAF und der MSA. Seit 2022-2023 ist die finanzielle Vermittlung (intermédiation financière) sogar zum Grundsatz geworden: Der zahlungspflichtige Elternteil zahlt an die ARIPA, die den Betrag an den empfangsberechtigten Elternteil weiterleitet — was die direkte Gegenüberstellung wegen des Geldes vermeidet. Bei Gewalt ist sie zwingend. Man informiert sich und stellt seinen Antrag auf der Website der ARIPA.
- Die Direktzahlung (paiement direct) durch einen Gerichtsvollzieher (commissaire de justice), die es ermöglicht, die Rückstände der letzten sechs Monate und die künftigen Fälligkeiten einzutreiben.
- Die Pfändung (von Lohn, Bankkonto) und als letztes Mittel die öffentliche Beitreibung durch die Staatskasse (Trésor public).
⚠️ Die Nichtzahlung eines Unterhalts über mehr als zwei Monate stellt die Straftat der Familienverlassung (abandon de famille) dar, geahndet mit zwei Jahren Freiheitsstrafe und 15 000 € Geldstrafe (Artikel 227-3 des Strafgesetzbuchs (Code pénal)).
Nicht zu verwechseln: Kindesunterhalt und Ausgleichsleistung
Der Kindesunterhalt betrifft die Kinder. Die Ausgleichsleistung (prestation compensatoire) hingegen betrifft die früheren Ehegatten: Grundsätzlich als Kapital gezahlt, soll sie das Ungleichgewicht des Lebensstandards ausgleichen, das die Scheidung zwischen ihnen schafft, und beendet die Beistandspflicht (Artikel 270 des Zivilgesetzbuchs). Es handelt sich um zwei verschiedene Mechanismen, die unterschiedlichen Regeln unterliegen — siehe unseren Leitfaden Die Ausgleichsleistung.
Einen Unterhalt festzusetzen, abzuändern oder beizutreiben setzt aktuelle Zahlen und datierte Unterlagen voraus: Mittel, Lasten, Zahlungskalender. Das ist genau die Organisationsarbeit, die Aridelle erleichtern soll — Ihre Nachweise zusammenzutragen, die Fälligkeiten im Blick zu behalten und Ihre Fragen für eine Fachkraft vorzubereiten.
Wenden Sie sich in jeder persönlichen Situation an einen Anwalt, eine point-justice oder an Allô Service Public (3939), einen kostenlosen Informationsdienst, der das Familienrecht abdeckt.
Zum Weiterlesen
- Offizielles Merkblatt: Kindesunterhalt (service-public.gouv.fr, F991)
- Offizieller Rechner zur Berechnung des Kindesunterhalts
- Unsere verwandten Leitfäden: Den Familienrichter anrufen · Wohnsitz des Kindes nach der Trennung · Die Ausgleichsleistung · Die Prozesskostenhilfe